Angular Material Theming

Angular als Framework für die Entwicklung von anspruchsvollen Webanwendungen bringt alles mit was der Entwickler braucht. Alles? Nicht ganz. Ähnlich wie bei JSF werden wir in aller Regel zusätzliche ( optische ) Fremd-Komponenten integrieren. Neben PrimenNG (Primetek, Primefaces) kommt aus der Feder von Google selbst @angular/material . Basierend auf Googles Material Design erhalten wir eine ganze Reihe von Komponenten vom Button bis zur Datatable. Doch was wenn uns diese optisch nicht so ganz zusagen und wir eigene Farb- und Schrift-Gestaltungen einbringen wollen?

Schauen wir zuerst einmal wie Angular Material sich integrieren lässt. Dazu eilt uns, wie so oft, die Angular-CLI zur Hilfe, die uns fast die gesamte Arbeit abnimmt:

ng add @angular/material

Damit werden die benötigten Abhängigkeiten installiert und unser Basis-Style Datei ergänzt. Bei der Installation wählen wir unter anderem das Theme welches wir verwenden wollen. Hier sehen wir bereits das Google mit einigen Standard-Themes um die Ecke kommt, für die wir nichts mehr tun müssen. Alternativ wählen wir „custom“ um unser eigenes Theme zu definieren ( kann später auch problemlos ergänzt und geändert werden ).

Die Grundidee bei der Farbgestaltung von Googles Material basiert auf 3 Farben:

  • primary, Hauptfarbe
  • accent, Zweitfarbe
  • warn, Farbe für Fehler
import { MatButtonModule, MatBadgeModule } from '@angular/material';
import { BrowserAnimationsModule } from '@angular/platform-browser/animations';
...
@NgModule({
...
  imports: [... MatButtonModule,MatBadgeModule]
})
export class AppModule {}
<button mat-raised-button color="primary" matBadge="8" matBadgePosition="after" matBadgeColor="accent">
  primary-accent
</button>

Anpassungen an diesen Farbwerten erfolgen nun über eine SCSS Datei. ( selbst dann wenn das Projekt selbst CSS als Styling-Variante verwendet, dann über die zusätzlich generierte Datei custom-theme.scss). Die Einbindung eines eigenen Theme erfolgt in 3 Schritten.

Farben

Alle diese Farben sind aber nicht einfache Farbwerte sondern sogenannte Farb-Paletten die sich zum einen dadurch auszeichnen das auch hellere und dunklere Farbe werte definiert sind, sondern auch Kontrast Farben ( z.B. der Text auf farbige Komponenten )

Eine Farbpalette definiert einen Farbraum der für einen der 3 Bereiche verwendet werden kann, die Definition erfolgt als SCSS Map mit den Abstufungen der Farbwerte, Farbvarianten für abgesetzte Texte ( A100, A200, A400, A700) und den Kontrast-Werten:

$palette01: (
  50: #ebf0f4,
  100: #ccd9e3,
  200: #aac0d0,
  300: #88a6bd,
  400: #6f93ae,
  500: #5580a0,
  600: #4e7898,
  700: #446d8e,
  800: #3b6384,
  900: #2a5073,
  A100: #b9dcff,
  A200: #86c3ff,
  A400: #53a9ff,
  A700: #3a9cff,
  contrast: (
    50: #000000,
    100: #000000,
    200: #000000,
    300: #000000,
    400: #000000,
    500: #ffffff,
    600: #ffffff,
    700: #ffffff,
    800: #ffffff,
    900: #ffffff,
    A100: #000000,
    A200: #000000,
    A400: #000000,
    A700: #000000
  )
);

Tipp: eine ganze nette Seite um solche Definitionen zu generierten ist: http://mcg.mbitson.com/

Farbpaletten

Über Mixin-Funktionen die Angular uns zur Verfügung stellt, können wir nun entsprechende Paletten generierten und diese registrieren

@import '~@angular/material/theming';
@include mat-core();


$theme02-primary: mat-palette($palette01);
$theme02-accent: mat-palette($palette02);
$theme02-warn: mat-palette($palette03);

$theme02: mat-light-theme($theme02-primary, $theme02-accent, $theme02-warn);
@include angular-material-theme($theme02);

Die Methode mat-palette hat optional 3 zusätzliche Parameter um aus der übergebenen Palette (über den Key, z.B. 200 ) die Default-Werte für primary,lighter,darker zu selektieren. Neben der oben verwendeten Funktion mat-light-theme existiert auch mat-dark-theme, um ein dunkles Layout zu erzeugen.

Neben der Übernahme des Themes für alle Komponenten wie oben zu sehen existiert auch die Möglichkeit Themes für einzelne Material-Komponenten zu definieren:

@include mat-badge-theme($theme03);

Komponenten

Bei der Verwendung der Material-Komponenten können wir die Farben nun durch entsprechende Attribute definieren wie bereits oben zu sehen. Wollen wir in unseren eigenen Komponenten auf die Farben der Paletten zugreifen erlauben uns entsprechende Mixin-Funktionen die zu tun

Dazu bietet es sich an folgende Trennung vorzunehmen:

  • theme.scss
    • Defitinion von Farben
    • Definition von Paletten
    • Definition von Theme
  • style.scss ( root – Style )
    • import der theme.css
    • Registrierung als Theme

style.scss

@import 'styles_theme.scss';
@include mat-core();
@include angular-material-theme($theme02);

component.scss

@import '../styles_theme.scss';

:host {
  background-color: mat-color($theme02-primary);
}

Tipp: durch folgenden Eintrag in der angular.json unter architect/build/options können wir die relative Angabe der Theme-SCSS durch eine absolute Variante ersetzen ( @import ’styles_theme.scss‘ )

            "styles": ...
            "stylePreprocessorOptions": {
              "includePaths": ["src/theme"]
            },
            "scripts": ...

That’s it. Zugegeben „einfach ein paar CSS-Klassen überschreiben“ mag auf den ersten Blick einfacher erscheinen als hier ein eigenes Theme zu erstellen und vor allem mittels der Funktionen zu registrieren. Aber auf diesem Wege haben wir ein valides Layout welches in allen Kombinationen auch gut lesbar ist.

Github….

Angular – im Griff – Compodoc

Angular Anwendungen können sehr schnell sehr groß werden, wollen wir doch möglichst kleine gut wartbare Bestandsteile entwickeln. Also füllt sich unser „Koffer“ mit allerhand Komponenten, Services und Modulen die am Ende des Tages irgendwie noch in den Griff zu bekommen sein sollen. Eine gute Struktur und vielleicht ein passendes Tool können da helfen.

In einer früheren Serie haben wir schon mal einen Blick auf die Möglichkeiten geworfen, die uns der Angular Workspace bietet (Angular strukturiert) . Ein entsprechender Workspace ist schnell dank Angular-CLI generiert ( ng new –create-application false ). Im folgenden kommen dazu:

  • zwei Libraries ( ng g library )
    • common-service
    • common-ui
  • zwei Anwendungen ( ng g application)
    • Hello01
    • Hello02

Wollen wir nun Komponenten, Services, Direktive etc. generieren erlaubt uns die Angular-CLI die entsprechenden Befehle mit der Option –project anzugeben um das Projekt zu definieren. Alternativ reicht es auch die Befehle innerhalb der Projekte auszuführen.

Libraries

Unsere beiden Libraries sind relativ unspektakulär, die Auslagerung in eine eigene Library würde es uns später erlauben diese auch separat, als NPM-Pakete zu verpacken. Neben der direkten Verwendung über den TypeScript Import (für zum Beispiel einfache Model-Klassen oder statische Funktionen) haben wir für beide Libraries jeweils ein Angular-Modul ausgebildet (ng g module). Dabei nicht vergessen: die Komponenten müssen im Modul im Export-Array registriert werden.

Applications

Unsere beiden Anwendungen importieren nun die Bibliotheken auf Basis der Module nach Bedarf

import { CommonUIModule } from 'projects/common-ui/common-ui/common-ui.module';

@NgModule({
  ....
  imports: [
    BrowserModule,
    AppRoutingModule,
    CommonUIModule
  ]
})
export class AppModule { }

… oder führen noch weitere Module (ng g module) hinzu die lazy über das Routing geladen werden (man beachte die neue Syntax ab Angular 7)

const routes: Routes = [
  {
    path: 'detail', 
    loadChildren: () => import('./modules/detail01/detail.module').then(m => m.DetailModule)
  },
  {
    path: 'detail02', 
    loadChildren: () => import('./modules/detail02/detail.module').then(m => m.DetailModule02)
  },
  {
    path: 'detail03', component: Detail03HomeComponent
  }
];

Wir sehen hier schon das wir selbst bei dieser sehr überschaubaren Struktur bereits die Fäden in der Hand behalten müssen. Insbesondere für Projekt-Fremde oder neue Kollegen die in einer gewachsenen Anwendung einsteigen wollen bereitet diese (durchaus sinnvolle) Struktur erst mal Schwierigkeiten.

Compodoc

https://compodoc.app/

Ein einfaches Tool, welches auf Basis unseres Projektes eine Dokumentation erzeugt, die sehr hilfreich ist um die Bestandteile der Angular Anwendung im Großen ganzen im Auge zu behalten. So generiert das Tool eine HTML Dokumentation in der neben einer visuellen Zusammenfassung der Verknüpfungen zwischen Komponenten, Services und Module auch die Suche nach bestimmten Anwendungsteilen möglich ist. Eine solche Übersicht die mittels: npx compodoc -d docs -p ./tsconfig.json erzeugt wird, steht dann als HTML-Datei zur Verfügung und könnte so aussehen:

Hier das Ganez als:

GEDOPLAN wünscht frohe Weihnachten

Live.

bei GitHub.

Ein bisschen Nachsicht bitte! Anwendungsstabilität mit MicroProfile Fault Tolerance

MicroProfile (https://microprofile.io/) enthält u. a. den Baustein MP Fault Tolerance, mit dem auf sehr einfache Weise die bekannten Stability Patterns in JEE/MicroProfile-Anwendungen eingebaut werden können.

Bei verteilten Anwendungen (Microservices) – aber nicht nur dort – können Fehler durch nicht erreichbare oder nicht funktionierende Anwendungsteile entstehen. Soll dann nicht wie bei einem Dominoeffekt die Gesamtanwendung betroffen sein, muss der aufrufende Teil resilient sein, d. h. durch Wiederholungen oder Ersatzaufrufe zu einem verträglichen Ergebnis kommen.

MP Fault Tolerance enthält Interzeptoren mit den im Folgenden beschriebenen Bindings, mit denen im Fehlerfall gewünschte Ausweichaktionen initiiert werden können.

Nochmals probieren

@Retry führt beim Auftauchen einer Exception zum wiederholten Aufruf der Methode:

@Retry(maxRetries = 4)
public int doSomethingWithRetry() {

Mit diversen Parametern von @Retry kann bestimmt werden, welche Exceptions die Wiederholungen auslösen sollen, wie lange oder wie oft es versucht werden soll und welche Wartezeit zwischen den Wiederholungen eingehalten werden soll.

Programmierte Ungeduld

Mit @Timeout kann eine Obergrenze für die Ausführungszeit einer Methode angegeben werden:

@Timeout(1000)
public int doSomethingWithTimeout() {

Rückstellende Sicherung

Circuit Breaker ist ein Pattern, das bei zu häufigen Fehlern (=Exceptions) „den Schalter öffnet“, d. h. die betroffene Methode für eine gewisse Zeit nicht mehr aufruft und statt dessen eine dementsprechende Exception wirft. Nach Ablauf der Wartezeit wird der Schalter probeweise wieder geschlossen.

MP Fault Tolerance bietet dazu @CircuitBreaker an:

@CircuitBreaker(failureRatio = 0.25, requestVolumeThreshold = 10)
public int doSomethingWithCircuitBreaker() {

Mit Parametern kann bestimmt werden, was „zu häufig“ sein soll und wann der Schalter nach Öffnung wieder geschlossen wird.

Ersatzhandlung

Sind Fehler (=Exceptions) für den Aufrufer nicht OK, kann mit @Fallback eine Ersatzaktion definiert werden:

@Fallback(fallbackMethod = "return42")
public int doSomethingWithFallback() {
  ...
}

private int return42() {
  return 42;

Plattformen

MicroProfile Fault Tolerance wird u. a. von folgenden JEE-Servern unterstützt:

  • OpenLiberty (mit aktiviertem Feature mpFaultTolerance-2.0).
  • Payara.

WildFly wird MP Fault Tolerance voraussichtlich ab der Version 19 unterstützen

Die genannten Annotationen befinden sich bspw. in der Maven-Dependency org.eclipse.microprofile.fault-tolerance:microprofile-fault-tolerance-api (derzeit in Version 2.0).

Demo

In https://github.com/GEDOPLAN/microprofile-demo/tree/master/microprofile-fault-tolerance finden Sie ein Beispielprojekt mit einem Service, der die oben gezeigten Annotationen enthält und über Rest Endpoints aufgerufen werden kann. Die Anwendung kann als WAR-File auf einen der genannten Server deployt werden. Alternativ können über vorkonfigurierte Maven-Profile Docker-Images zum direkten Ausprobieren erstellt werden.

Bis bald – vielleicht auch in einem unserer Trainings in Berlin, Frankfurt, Bielefeld, Köln oder bei Ihnen!

Schauen Sie sich doch mal unseren neuen Kurs zum Thema an: JEE und MicroProfile mit Quarkus

Angular Formulare – Formatter und Parser, Teil 2

Ein großer Anteil in Businessanwendungen wird sicherlich den Formularen zufallen. Von der einfachen Eingabe eines Textes bis hin zu aufwendigen GUI-Komponenten haben sie doch alle eines gemeinsam: am Ende müssen die erfassten Daten im gewünschten Format in der gewünschten Qualität im Datenmodel landen. Den einzig richtigen Weg gibt es nicht, schauen wir uns also einige der möglichen Varianten an

Als einfaches Beispiel dient uns wie zuvor das Beispiel der Kundennummer Format: 6stellig numerisch mit dem Präfix: „C-„. Im ersten Teil haben wir für einen Validator gesorgt der dieses Format überprüft. In diesem Teil gehen wir einen Schritt weiter. Wir wollen dem Benutzer ein etwas toleranteres Eingabeverhalten bieten: Die Kundennummer darf auch nur aus 6 numerischen Werten bestehen. Angular sollte in diesem Fall natürlich dafür sorgen das unser Format ( C-XXXXXX ) trotzdem eingehalten wird.

Pragmatisch

Eine sehr einfache pragmatische Lösung ist es mittels Event-Listener die eingegebenen Werte anzupassen, falls benötigt. Dazu ist nicht viel nötig, außer eine entsprechende Methode innerhalb der Komponente-klasse

Template

 <input type="text" formControlName="customernumber1" 
         (blur)="formatNumber('customernumber1')" />

Komponente

  formatNumber(formControlName) {
    const control = this.form.controls[formControlName];
    if (control.value && control.valid && !/^C-.*?/.test(control.value)) {
      control.patchValue('C-' + control.value);
    }
  }

Erfüllt seinen Zweck und mag für einige Anwendungsfälle ausreichen. Diese Lösung ist aber kaum wiederverwendbar, kapselt es die Logik zur Formatierung doch in einer konkreten Komponente. Selbst, wenn wir dies in einen separaten Service auslagern bleibt der fade Beigeschmack das es hier eine elegantere Lösung gibt

Formatter als Direktive

Warum also die Logik nicht aus der Komponente herauslösen und das Ganze in eine separate Direktive verpacken

@Directive({
  selector: '[gedCustomernumberFormatter]'
})
export class CustomernumberFormatterDirective {

  constructor(private el: ElementRef, 
              private renderer: Renderer2,
              private control: NgControl) { }

  @HostListener('blur', ['$event.target.value'])
  onBlur(val: string) {
    if (this.control.valid && val && !/^C-.*/.test(val)) {
      this.renderer.setProperty(this.el.nativeElement, 'value', 'C-' + val);
    }
  }
}

Eine klassische Direktive. Wir registrieren uns per HostListener-Binding an das Blur-Event des Eingabefeldes und formatieren den übergebenen Wert. Kleines Gimmick: wir injizieren uns das zugrundeliegende FormControl, um die Formatierung der Eingabe nur dann vorzunehmen wenn die Validierung auch erfolgreich war

Verwendung

<input type="text" formControlName="customernumber2" gedCustomernumberFormatter />

Formatter als ValueAccessor

Mit den Lösungen oben haben wir für die meisten der Situationen das passende Mittel zu Hand. Eine kleine Anpassung unserer Anforderung führt aber zur Erforderniss einer Alternative: der Anwender soll unsere Präfix („C-„), das später Teil des Datensatzes sein muss, nicht sehen . Allgemein ausgedrückt: der eingegeben / sichtbare Wert soll sich vom Wert der im Datenmodel vorliegt unterscheiden. Von einer pragmatischen Lösung wie oben innerhalb der konkreten Komponente, gibt es auch hier einen eleganten Weg: einen eigenen ControlValueAccessor der das Bindeglied zwischen Komponenten-Klasse und UI darstellt

@Directive({
  selector: '[gedCustomernumberFormatterAccessor]',
  providers: [
    {
      provide: NG_VALUE_ACCESSOR,
      useExisting: forwardRef(() => CustomernumberFormatterAccessorDirective),
      multi: true
    }
  ]
})
export class CustomernumberFormatterAccessorDirective implements ControlValueAccessor {

  constructor(private el: ElementRef, private renderer: Renderer2) { }

  updateValue: any;
  touched: any;

  writeValue(obj: any): void {
    obj = obj.replace('C-', '');
    this.renderer.setProperty(this.el.nativeElement, 'value', obj);
  }

  registerOnChange(fn: any): void {
    this.updateValue = fn;
  }

  @HostListener('blur', ['$event'])
  onInput(event: any) {
    this.touched();
    let val = event.target.value;

    if (!/^C-/.test(val)) {
      val = 'C-' + val;
    } else {
      this.renderer.setProperty(this.el.nativeElement, 'value', val.replace('C-', ''));
    }

    this.updateValue(val);
  }

  registerOnTouched(fn: any): void {
    this.touched = fn;
  }
}


Die spannenden Stellen Zusammengefasst:

  • providers-Array, wir registrieren unsere Komponente als NG_VALUE_ACCESSOR, ähnlich wie bei den Validatoren um Angular mitzuteilen, das es sich bei dieser Komponente um ein Control handelt
  • Interface ControlValueAccesor, mit den Methoden
    • writeValue, Model > View, hier entfernen wir das Präfix, falls hier initiale Daten von der FormControl übergeben werden
    • registerOnChange, Change-Methode registrieren die wir später bei Änderungen triggern werden (wird von Angular aufgerufen, wenn die Komponente der FormGroup hinzugefügt wird)
  • HostListener, wenn der Focus das Textfeld verlässt sorgen wir dafür, dass:
    • das „C-“ Präfix zum übertragenden Wert hinzugefügt wird, falls nicht vorhanden
    • das „C-“ Präfix im Textfeld entfernt wird, falls der Benutzer es eingeben hat (optional)
    • der geänderte Wert (Benutzereingabe + Präfix) an die vorher registrierte Change-Methode übergeben wird

Verwendung

<input type="text" formControlName="customernumber3" gedCustomernumberFormatterAccessor />

Cool. Das erlaubt es uns (gekapselt und wiederverwendbar) Benutzereingaben bei der weiteren Verarbeitung zu formatieren, ohne das der Benutzer dies wissen / sehen muss.

Gibt es das auch bei GitHub? Klar. https://github.com/GEDOPLAN/ng-input

Angular Formulare – Komponenten und Validatoren, Teil 1

Ein großer Anteil in Businessanwendungen wird sicherlich den Formularen zufallen. Von der einfachen Eingabe eines Textes bis hin zu aufwendigen GUI-Komponenten haben sie doch alle eines gemeinsam: am Ende müssen die erfassten Daten im gewünschten Format in der gewünschten Qualität im Datenmodel landen. Den einzig richtigen Weg gibt es nicht, schauen wir uns also einige der möglichen Varianten an

Als einfaches Beispiel soll uns eine Kundennummer dienen die im Datenmodel ein festes Format aufzuweisen hat: 6stellig numerisch mit dem Präfix: „C-„. Die Grundlage für alles weitere stellt folgendes reaktives Formular dar.

Template

<form [formGroup]="form" (ngSubmit)="submit()">
    <input type="text" formControlName="customernumber1" />
</form>

Component

@Component({
  selector: 'ged-root',
  templateUrl: './app.component.html',
  styleUrls: ['./app.component.scss']
})
export class AppComponent {

  constructor(private fb: FormBuilder) { }

  form = this.fb.group({
    customernumber1: ['C-123456']
  });

  submit() {
    console.log(this.form.value);
  }
}

app.component.ts

Validierung

Eine einfache Validierung in Angular kann technisch gesehen eine einfache Funktion sein, die als Parameter einen Wert vom Typ AbstractControl entgegennimmt und einen booleschen Wert zurückliefert (alternativ ein Observable). Das stößt allerdings schnell an seine Grenzen, wenn wir Angular Services nutzen wollen die bekanntlich per Injektion zur Verfügung gestellt werden. Also implementieren wir das Ganze am besten gleich als Service:

@Injectable({
  providedIn: 'root'
})
export class CustomernumberValidatorService {

  private static readonly PATTERN = /^(C-)*\d{6}$/;

  validate(ctrl: AbstractControl) {
    const value = ctrl.value;
    const valid = CustomernumberValidatorService.PATTERN.test(value);
    if (value && !valid) {
      return {
        pattern: 'Ungültiges Format'
      };
    }
  }
}

customernumber-validator.service.ts

Per inject holen wir uns nun diesen Validator in unsere Komponente und verwenden sie bei der Erstellung unserer FormGroup. Optional können wir noch angeben, wann die Validierung / Übertragung ins Model erfolgen soll (Default: ‚change‘)

@Component({...})
export class AppComponent {

  constructor(private customernumberValidator: CustomernumberValidatorService) {}


  form = this.fb.group({
    customernumber1: [
        'C-123456', 
         { 
             validators: [this.customernumberValidator.validate],                 
             updateOn: 'blur' 
         }
        ]
  });

app.component.ts

Für die Template-Driven-Nutzer wird zusätzlich eine entsprechende Wrapper-Direktive benötigt. Hier ist insbesondere die Provider-Deklaration spannend, über die wir Angular mitteilen, das diese Direktive ein Validator ist und zusammen mit den anderen Validatoren ablaufen soll. Das verwendete Interface ist hingegen unspektakulär. Die Implementierung für unser Beispiel:

@Directive({
  selector: '[gedCustomernumberValidator]',
  providers: [
    { provide: NG_VALIDATORS, useExisting: forwardRef(() => CustomernumberValidatorDirective), multi: true }
  ]
})
export class CustomernumberValidatorDirective implements Validator {

  constructor(private customernumverValidatorService: CustomernumberValidatorService) { }

  validate(control: AbstractControl): ValidationErrors {
    return this.customernumverValidatorService.validate(control);
  }

  registerOnValidatorChange?(fn: () => void): void {
    // nothing to do
  }
}

customernumber-formatter.directive.ts (nur für Template-Driven)

Entsprechende Fehlermeldungen lassen sich dann über die Attribute „valid“ und „errors“ des FormControls verarbeiten. Zugriff darauf erhält man entweder durch eine entsprechende Template-Variable (Template-Driven) oder den Zugriff über die FormGroup (Model-Driven)

 
<input type="text" [(ngModel)]="templateModelValue" #templateModel="ngModel" />
{{templateModel.control}}

<input type="text" formControlName="customernumber1" />
{{form.controls['customernumber1']}}
  

Hilfreich ist hier sicherlich die Ausgabe der Meldungen zu vereinheitlichen und z.B. eine eigene Komponente zu entwickeln die dafür sorgt das alle Meldungen am Textfeld ausgeben werden.

@Component({
  selector: 'ged-validation-error-marker',
  template: '<span *ngIf="visible"> {{ message }} </span>',
  styleUrls: ['./validation-error-marker.component.scss']
})
export class ValidationErrorMarkerComponent{
  @Input()
  control: FormControl;

  get visible() {
    return this.control && !this.control.valid;
  }

  get message() {
    const errors = this.control.errors;
    return Object.keys(errors).map(errorKey => `${errorKey} : ${errors[errorKey]}`).join(', ');
  }
}

Verwendung

<input type="text" formControlName="customernumber2"/>
<ged-validation-error-marker 
    [control]="form.controls['customernumber2']">
</ged-validation-error-marker>

Bei großen Formularen kommt es bekanntlich auf jede Zeile an und zu Recht mag man bei der gerade gezeigten Variante bemängeln, dass der Name des FormControl hier doppelt angegeben werden muss. Zudem muss in Sachen Styling hier berücksichtigt werden das die Eingabekomponente und die Ausgabe der Fehlermeldungen zwei HTML-Komponenten sind. Überredet… eine Lösung für die angesprochenen Punkte, ohne die Flexibilität zu verlieren, könnte folgende Komponente sein:

@Component({
  selector: 'ged-input',
  templateUrl: './input.component.html',
  styleUrls: ['./input.component.scss']
})
export class InputComponent{
  @ContentChild(NgControl, { static: false })
  control: NgControl;
}
<div class="input">
  <ng-content></ng-content>
  <ged-validation-error-marker [control]="control"></ged-validation-error-marker>
</div>

Die Verwendung ist dann zum einen flexibel, weil wir beliebige Eingabekomponenten verwenden können, übersichtlich, da wir keinen eigenen Layout-Container um unsere Eingaben legen müssen und weniger Fehleranfällig, da der Name des FormControlls nur noch einmal angegeben werden muss und per ContetChild-Injection innerhalb der Komponente zur Verfügung gestellt wird und dazu noch beliebig erweiterbar, z.B. um die Ausgabe eines Labels:

Verwendung

    <ged-input>
      <input type="text" formControlName="customernumber4"/>
    </ged-input>

Zeit für einen Kaffee, also machen wir einen 2-Teiler daraus. Bis dahin:

Auf GitHub? Klar. https://github.com/GEDOPLAN/ng-input

Immer noch gesund? Änderungen von MicroProfile Health 2.0 vs. 1.0

In meinem Post https://javaeeblog.wordpress.com/2019/01/27/alles-gesund-health-checking-mit-microprofile-health habe ich einen Überblick über MicroProfile Health in der Version 1.0 gegeben. Mittlerweile ist die Version 2.0 erschienen (als Teil von MicroProfile 3.0), woduch einige – teilweise inkompatible – Änderungen einhergehen:

  • Die Prüfungen werden nun in Tests der Verfügbarkeit (Liveness) und Bereitschaft (Readiness) unterteilt, um so besser die Anforderungen von Container-Infrastrukturen zu unterstützen (vgl. entsprechende Probes in Kubernetes). Statt des bisherigen Qualifiers @Health werden nun @Live bzw. @Ready zur Definition von HealthCheck-Beans verwendet:
    @ApplicationScoped
    @Liveness
    public class LivenessCheck implements HealthCheck {
    
      @Override
      public HealthCheckResponse call() {
        return HealthCheckResponse
            .named("Service1")
            .up()
            .build();
    

    @Health steht noch zur Verfügung, ist aber deprecated.

  • Die neuen Endpunkte /health/live und /health/ready veröffentlichen den Zustand von Liveness bzw Readiness:
    GET /health/live
    
    200 OK
    {
      "status": "UP",
      "checks": [{
        "name": "Service1",
        "status": "UP"
      }]
    }
    

    Der bisherige Endpunkt /health existiert weiterhin.

  • Im JSON-Format wurden die Attribute outcome und state durch status ersetzt.

Ausblenden von Default-Checks in MicroProfile Health 2.1

Die Implementierung von Healthchecks als CDI-Beans ermöglicht es, dass auch Plattform-Implementierungen/Bibliotheken Prüfergebnisse bereitstellen (bspw. ein DB Connection Pool). Setzt man die neue MicroProfile Configuration Property mp.health.disable-default-procedures auf true, werden solche Default-Checks nicht aktiviert, d. h. im Response der o. a. Endpoints befinden sich nur von der Anwendung selbst bereitgestellte Werte.

Demo

Ich habe das Beispielprojekt mit anderen MicroProfile-Demos kombiniert in https://github.com/GEDOPLAN/microprofile-demo eingecheckt. Im Verzeichnis microprofile-health finden Sie ein Demoprojekt mit zwei Health Checks, deren Ergebnis über eine Webseite beeinflusst werden kann. Die Anwendung kann als WAR-File auf einen Server mit Unterstützung von MicroProfile 3.0 deployt werden. Alternativ können über vorkonfigurierte Maven-Profile Docker-Images zum direkten Ausprobieren erstellt werden.

Bis bald – vielleicht in einem unserer Trainings in Berlin, Bielefeld, Köln oder bei Ihnen!
https://gedoplan-it-training.de/